"Die Partydroge 'Liquid Ecstasy' ist alles ander als harmlos" (N&W FAZ)
"Gamma-Hydroxybuttersäure ist die neue Partydroge... ähnelt dem neuronalen Botenstoff Gamma-Amminobuttersäure...Sie fördert sexuelles Verlangen und setzt Hemmschwellen herab. Außerdem weckt sie das Gefühl von Leichtigkeit und Beschwingtheit.In höheren Dosen macht die Droge müde und ruft einen Schlaf hervor, aus dem der Konsument meist ohne Beschwerden und in guter Stimmung erwacht.In sehr hoher Konzentration führt GHB zur Eintrübung des Bewußtseins bis hin zum Koma...Nach den bisherigen Erkenntnissen erzeugt die Droge keine körperliche, sondern nur eine psychische Abhängigkeit...wurde auch zu kriminellen Zwecken mißbraucht, etwas um Frauen sexuell gefügig zu machen oder um eine Vergewaltigung durch eine Erinnerungslücke zu vertuschen...In Deutschland wurde die Droge im vergangenen Jahr unter das BTM-Gesetz gestellt. Jeglicher Handel ist demnach illegal und strafbar."
Unwort des Tages
bei der Gelegenheit, wenn danach statt demnach verwendet wird, zeitlicher Bezug anstatt folgerndem. Danach gehe ich in die Stadt und demnach werde ich die Droge nicht einnehmen.
Politik
"Das letzte Ultimatum Irak-Diplomatie gescheitert
Einstellung des NPD-Verfahrens erwartet
Möllemann verläßt die FDP"
Tagebuch
"Schuften im keuchenden Morgenland der Erde
Rudi Dutschke, Star der Studentenbewegung, entfaltet in seinen Tagebüchern jene Leidenschaft für den Weltlauf"
"Guter und gelernter Marxist, der er war, lebte Rudi Dutschke selbstredend in der Überzeugung, daß nicht Individuen Geschichte machten, daß also auch sogenannte große Männer nichts anderes seien als die bloß zeitweiligen Agenten der noch viel größeren Bewegungsgesetze des Weltlaufs, des Klassenkampfs zumal. Dieser Überzeugung unterwarf er auch seinen Alltag...Der Weltlauf, dem der 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde geborene Alfred Willi Rudolph Dutschke seine persönliche Produktivkraft zur Verfügung stellte, hatte einen nicht unkomplizierten Namen. Er lautete "demokra(tisch)-subversiver Kommunismus-Sozialismus" und war überaus bestrebt, sich von den Dogmatikern der maoistischen "K-Gruppen" ebenso abzusetzen wie von den langweiligen Kadern der sowjettreuen und aus der DDR umfassend unterstützten Deutschen Kommunistischen Partei. Den eigentlichen Feind nicht zu vergessen: das bloß pseudodemokratisch bemäntelte bürgerlich-kapitalistische System der alten Bundesrepublik....Daß einer wie er überhaupt Tagebuch schrieb, ist höchst erstaunlich. Denn das Tagebuch ist, weit mehr noch als der Roman, die bürgerliche Gattung schlechthin - etwas für empfindsame Seelen eben, die das Zentrum der Zivilisation in der eigenen Außergewöhnlichkeit entdecken, etwas für Dichter, die an das Exemplarische ihrer Existenz glauben und bei jedem Eintrag ins Tagebuch schon an ihren Nachruhm denken. Aber ein Revolutionär, der Tagebuch führt: ist das nicht ein Ausweis finsteren Kults um die eigene Person?...Fürwahr, er hat geschuftet - und er war fast wieder dran, wollte nach Bremen umsiedeln und bei den Gründungsakten der "Grünen" seine Rolle wahrnehmen. Die Tagebücher, die er hinterließ und die wir nun lesen können, sind emphatisch auch ein Dokument seines Willens zu überleben." (Literaturbeilage, FAZ, Sachbuch)
In den Achtigern hätte mich das vielleicht interessiert, jetzt nicht mehr, wenngleich es sich natürlich in mein Tagebuch-Projekt einhaken könnte. Aber es paßt nicht.
Ernst Jünger, Siebzig Verweht (III, IV, V, I -> II)
Goetz, Abfall für alle
Camus
Pavese
Krausser
nahe am Leben
ansonsten Röhl, "Linke Lebenslügen"
Hans und Grete. Die RAF 67-1977 von Astrid Proll
Die Toten der RAF
Der Baader Meinhof Komplex von Stefan Aust
Film, "Baader"
11:45
Mein Tagebuchprojekt begann 1979, dazwischen mehrere Jahre keine Lust zu schreiben, nach dem Motto der Kafka-Tagebücher, daß ein Tagebuch verzerrend das Innere spiegelt, weil das Negative mehr Raum erhält und nicht alles 1zu1 genommen werden kann, was man phantasiert ("ich könnte ihn umbringen", Sex).
Anlaß war George Orwells "1984". Winston, der Held des Buches, führt Tagebuch, das er bei einem Antiquitätenhändler kaufte und später dort versteckt und zu ihm geht, um in seinen Räumen zu schreiben. Das erste Tagebuch habe ich irgendwann weggeworfen, es war mir peinlich. Das Älteste, was ich habe, scheint aus 1982 zu sein.
"Gamma-Hydroxybuttersäure ist die neue Partydroge... ähnelt dem neuronalen Botenstoff Gamma-Amminobuttersäure...Sie fördert sexuelles Verlangen und setzt Hemmschwellen herab. Außerdem weckt sie das Gefühl von Leichtigkeit und Beschwingtheit.In höheren Dosen macht die Droge müde und ruft einen Schlaf hervor, aus dem der Konsument meist ohne Beschwerden und in guter Stimmung erwacht.In sehr hoher Konzentration führt GHB zur Eintrübung des Bewußtseins bis hin zum Koma...Nach den bisherigen Erkenntnissen erzeugt die Droge keine körperliche, sondern nur eine psychische Abhängigkeit...wurde auch zu kriminellen Zwecken mißbraucht, etwas um Frauen sexuell gefügig zu machen oder um eine Vergewaltigung durch eine Erinnerungslücke zu vertuschen...In Deutschland wurde die Droge im vergangenen Jahr unter das BTM-Gesetz gestellt. Jeglicher Handel ist demnach illegal und strafbar."
Unwort des Tages
bei der Gelegenheit, wenn danach statt demnach verwendet wird, zeitlicher Bezug anstatt folgerndem. Danach gehe ich in die Stadt und demnach werde ich die Droge nicht einnehmen.
Politik
"Das letzte Ultimatum Irak-Diplomatie gescheitert
Einstellung des NPD-Verfahrens erwartet
Möllemann verläßt die FDP"
Tagebuch
"Schuften im keuchenden Morgenland der Erde
Rudi Dutschke, Star der Studentenbewegung, entfaltet in seinen Tagebüchern jene Leidenschaft für den Weltlauf"
"Guter und gelernter Marxist, der er war, lebte Rudi Dutschke selbstredend in der Überzeugung, daß nicht Individuen Geschichte machten, daß also auch sogenannte große Männer nichts anderes seien als die bloß zeitweiligen Agenten der noch viel größeren Bewegungsgesetze des Weltlaufs, des Klassenkampfs zumal. Dieser Überzeugung unterwarf er auch seinen Alltag...Der Weltlauf, dem der 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde geborene Alfred Willi Rudolph Dutschke seine persönliche Produktivkraft zur Verfügung stellte, hatte einen nicht unkomplizierten Namen. Er lautete "demokra(tisch)-subversiver Kommunismus-Sozialismus" und war überaus bestrebt, sich von den Dogmatikern der maoistischen "K-Gruppen" ebenso abzusetzen wie von den langweiligen Kadern der sowjettreuen und aus der DDR umfassend unterstützten Deutschen Kommunistischen Partei. Den eigentlichen Feind nicht zu vergessen: das bloß pseudodemokratisch bemäntelte bürgerlich-kapitalistische System der alten Bundesrepublik....Daß einer wie er überhaupt Tagebuch schrieb, ist höchst erstaunlich. Denn das Tagebuch ist, weit mehr noch als der Roman, die bürgerliche Gattung schlechthin - etwas für empfindsame Seelen eben, die das Zentrum der Zivilisation in der eigenen Außergewöhnlichkeit entdecken, etwas für Dichter, die an das Exemplarische ihrer Existenz glauben und bei jedem Eintrag ins Tagebuch schon an ihren Nachruhm denken. Aber ein Revolutionär, der Tagebuch führt: ist das nicht ein Ausweis finsteren Kults um die eigene Person?...Fürwahr, er hat geschuftet - und er war fast wieder dran, wollte nach Bremen umsiedeln und bei den Gründungsakten der "Grünen" seine Rolle wahrnehmen. Die Tagebücher, die er hinterließ und die wir nun lesen können, sind emphatisch auch ein Dokument seines Willens zu überleben." (Literaturbeilage, FAZ, Sachbuch)
In den Achtigern hätte mich das vielleicht interessiert, jetzt nicht mehr, wenngleich es sich natürlich in mein Tagebuch-Projekt einhaken könnte. Aber es paßt nicht.
Ernst Jünger, Siebzig Verweht (III, IV, V, I -> II)
Goetz, Abfall für alle
Camus
Pavese
Krausser
nahe am Leben
ansonsten Röhl, "Linke Lebenslügen"
Hans und Grete. Die RAF 67-1977 von Astrid Proll
Die Toten der RAF
Der Baader Meinhof Komplex von Stefan Aust
Film, "Baader"
11:45
Mein Tagebuchprojekt begann 1979, dazwischen mehrere Jahre keine Lust zu schreiben, nach dem Motto der Kafka-Tagebücher, daß ein Tagebuch verzerrend das Innere spiegelt, weil das Negative mehr Raum erhält und nicht alles 1zu1 genommen werden kann, was man phantasiert ("ich könnte ihn umbringen", Sex).
Anlaß war George Orwells "1984". Winston, der Held des Buches, führt Tagebuch, das er bei einem Antiquitätenhändler kaufte und später dort versteckt und zu ihm geht, um in seinen Räumen zu schreiben. Das erste Tagebuch habe ich irgendwann weggeworfen, es war mir peinlich. Das Älteste, was ich habe, scheint aus 1982 zu sein.
synapse - am Dienstag, 18. März 2003, 11:35